Praxis

Praktische Ausbildung

Auch der Begabteste hat einmal angefangen, deshalb werden keine Vorkenntnissep1090115.gr erwartet. Das Prinzip lautet immer: vom Einfachen zum Schweren. Man erkennt am Ausbildungsplan (siehe unten), dass vom Fahrschüler Einiges verlangt wird; deshalb kann auch niemand im Einzelfall vorhersagen, wie viele Fahrstunden ein Schüler bis zur nötigen Reife braucht. Wenn man aber bedenkt, dass bis zur Fahr- prüfung meistens noch nicht einmal 1000 Kilometer zurück gelegt werden, ist natürlich jede einzelne Übungsfahrt wertvoll.

Auf die Frage „Na, wie viele Fahrstunden hattest Du denn?“ wird man wahrscheinlich selten eine ehrliche Antwort bekommen. Viele glauben, sich mit jeder Fahrstunde mehr, selbst den ruf zu verschaffen zu dumm oder unbegabt zu sein. Großzügig abrunden, heißt oft die Devise. Warum eigentlich? Ist es nicht logisch, dass ein Schüler mit jeder Übungsfahrt auch mehr Erfahrung in die Prüfung und die Probezeit einbringen kann?

Fahrlehrer müssen seit 1999 genaue Aufzeichnungen zum Ausbildungsstand jedes Fahrschülers machen.

DigrammkartenSo kannst Du als Schüler dich jederzeit über deinen Ausbildungsstand informieren. Nutze das und lass dir die Aufzeichnungen von deinem Fahrlehrer regelmäßig zeigen und erklären. Schließlich sollen beide zu Beginn jeder Fahrstunde wissen, welche Fähigkeiten Du bereits hast, wo es Probleme gibt und was als Nächstes geübt wird. Deshalb sollte auch jede Fahrstunde mit einer kurzen Vorbesprechung beginnen und mit einer kurzen Nachbesprechung enden.

Die Stufenausbildung

1. Grundstufe

  • Überprüfen des Fahrzeugs, Einsteigen, Einstellung, Vorbereitung
  • Kontrolleinrichtungen
  • Anfahrübungen, Lenkbewegungen, Bremsen, Schalten
  • Mindestmaß an Sicherheit in der Fahrzeugbedienung

2. Aufbaustufe

  • Bewegen des Fahrzeugs im einfachen Verkehr, Blicktechnik, Einordnen,
  • Abbiegevorgänge
  • Grundfahraufgaben: rückwärts Fahren, Parken, Wenden
  • Vollbremsung aus 30 km/h
  • Trainieren verschiedener Fahrmanöver und Handlungsabläufe

3. Leistungsstufe

  • Einbeziehen der Verkehrs- und Vorfahrtregeln, Verkehrszeichen
  • Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer einschätzen
  • Festigung der Fahrzeugbedienung
  • Heranführen an schwierige Verkehrssituationen

4. Stufe der Sonderfahrten

  • Autobahnfahrten
  • Überlandfahrten
  • Fahrten bei Dämmerung oder Dunkelheit

5. Reifestufe

  • selbständiges, sicheres Fahren auch im dichten Verkehr, Fahren nach Wegweisern
  • Wiederholung, evtl. Korrektur des bisher Gelernten (z.B. Grundfahraufgaben)
  • sichere Fahrzeugbeherrschung in schwierigen Situationen
  • rechtzeitige Gefahrenerkennung, vorausschauendes Fahren, richtiges Reagieren auf Fehlverhalten anderer
  • Fahrstil: energiesparend, defensiv, aber zügig genug im Verkehrsfluss

6. Prüfungsvorbereitung

  • Belastungsproben (simulierte Prüfungsfahrten ohne Hilfe des Fahrlehrers)
  • Training, bis die Leistungsfähigkeit auch unter Stress und mit Nervosität stabil genug ist
  • Vermeidung/Abbau von Stressfaktoren während der Fahrt

Anmerkung: Für die Klasse L ist keine praktische Ausbildung vorgeschrieben; in den Klassen AM und T gibt es keine Sonderfahrten.